Gedenken und Erinnern –Eine Reise in das jüdische Oderberg

Gedenken und Erinnern –Eine Reise in das jüdische Oderberg

21.04.2012

 

Am Sonntag den 06. Mai 2012 soll ein „Stolperstein“ für Frieda Lesser  in Oderberg gelegt werden. Auch der jüdische Friedhof in Oderberg ist ein großes Anliegen der nun in Berlin wohnhaften Familie Lesser.

Zahlreiche Gäste Oderbergs –Besucher der Kirche und des Museums etwa- ,aber auch Einheimische oder Zugezogene zeigen immer wieder viel Interesse am jüdischen Leben in der Stadt und ihrer Umgebung.

Selbst jüngeren Menschen liegt daran, ihr –zumeist aus den Medien bezogenes- Wissen zu erweitern.-

Zur Vorbereitung, Einstimmung und Vertiefung lag es daher für die Museumsleitung nahe, das komplexe und nicht einfache Thema in geeigneter Form der Öffentlichkeit zu präsentieren.

Man traf sich daher am 21.04.2012 nach dem Mittag im Museum, um zu dem Friedhof Kiefernweg hoch zu wandern, wo man eine größere Anzahl von Interessierten traf, die zur Erkundung, Erklärung und Besinnung unmittelbar zum Friedhof, an diesen „Guten Ort“ –im hebräischen Sprachgebrauch-, gekommen waren. Nach der Begehung und Besichtigung des gut gepflegten und idyllisch gelegenen Judenfriedhofs durchschritt man –in Begleitung von Herrn Pfr. Reimer, hoch zu Rad- den Altstadtkern

Oderbergs auf den Spuren des früheren Bethauses und seiner Gläubigen in der Rittergasse, der „jüdischen Linie“ in der Angermünder Straße sowie des Rathauses und der darin Tätigen: Erwähnt seien in diesem Zusammenhang die Stadtverordneten Meyer Gobitz und  Ludwig Lesser (gew. 1912) und der Referendar am dortigen Amtsgericht, Felix Rosenblüth (hebräisiert Pinchas Rosen), der erste und mehrmalige Justizminister Israels.

Nach einem kurzen Einhalten am zukünftigen Platz des „Stolpersteins“ traf  man sich im Bugsalon der „RIESA“, um dort bei Tee und Sesamgebäck –strikt nach mosaischer Vorschrift gefertigt-,  Fachvortrag und Musikdarbietungen anzuhören: Frau Ulrike Maretzky aus Bad Freienwalde trug virtuos und unter reichlichem Beifall jüdische Lieder –von „shalom aleichem“ bis „hava nagilah“- vor, und der Vortrag seitens des amtierenden Vereinsvorstands zum Thema „Jüdisches Leben in Oderberg und im nordöstlichen Brandenburg“ endete mit den Worten: „Jüdisches Leben in unserer Region hat Spuren hinterlassen, und tiefere Spuren können auch fruchtbringende Saatfurchen sein!“.