RAG Marine/Sachsen Heimathafen Riesa besucht den SRD RIESA in Oderberg.

Quelle Sächsische Zeitung ONLINE

Eine Delegation um den Riesaer Riesen besuchte den Raddampfer in Oderberg. Mit einer Überraschung im Gepäck.

Von Peter Noack

 

Schon Österreichs Kaiser reiste auf der „Riesa“

 

 

Es war nicht der kürzeste Weg, den sich die Kameraden der Reservistenarbeitsgemeinschaft Marine aus Riesa ausgesucht hatten. Bis nach Oderberg sind es immerhin 320 Kilometer. Recht weit für eine Geburtstagsreise an nur einem Tag. Aber dort steht der historische Raddampfer „Riesa“ im Binnenschifffahrtsmuseum an der alten Oder.

 

Der Riesaer Riese mit Kameraden der Reservistenarbeitsgemeinschaft Riesa und Museumsmitarbeitern vor dem Raddampfer „Riesa“. Für das seit 1978 hier ausgestellte Schiff haben die Riesaer neue Wappen mitgebracht. Fotos: Peter Noack

Auf Initiative des damaligen Museumschefs Günter Hofmann konnte 1978 der Raddampfer Riesa von der Weißen Flotte erworben werden, der wegen eines Risses in der Kesselrückwand ausgemustert wurde. „Als Riesaer haben wir ja einen besonderen Bezug zu diesem Schiff. Das ist zwar ein Flussschiff, aber jedes maritime Vorhaben beginnt im Binnenland“, meint Gunter Spies von der Reservistenkameradschaft Riesa, der diese Exkursion organisiert hat. Die Kameraden feiern den zweiten Geburtstag ihrer Arbeitsgruppe. Tolle Geschenke hat die siebenköpfige Reservistendelegation für das Binnenschifffahrtsmuseum mitgebracht. Eine historische Zeitung über den Erbauer des Nordostseekanals, Otto Baensch, gebürtig in Zeitz, hatte der Zeitzer Stadtrat Norbert Hörig für diesen Zweck gestiftet. Neben zwei seltenen Büchern über die Schifffahrt gehörten auch zwei neue Wappen für die Radkästen der „Riesa“ zu den Präsenten. „Wir haben die offizielle Genehmigung erhalten, diese Wappen anfertigen zu dürfen. Die alten Stadtwappen sind verblichen und kaum noch zu erkennen. Gesponsert hat das die Reservistenkameradschaft „Riesa““, freut sich Spies, der als Stadtmaskottchen Riesaer Riese die Geschenke übergibt. Hartmut Zepp, der Vorsitzende des Fördervereins Binnenschifffahrtsmuseum Oderberg, ist sichtlich bewegt: „Wir freuen uns über das Engagement der Riesaer. Die historischen Dokumente können wir gut gebrauchen, und die Wappen werden wir fachgerecht anbringen lassen.“ Das mitgebrachte Material wird Grundlage einer Ausstellung über den Nordostseekanal sein, der 2015 das 120-jährige Jubiläum seiner Eröffnung feiern kann. Die Exposition soll dann auch in Riesa und Zeitz zu sehen sein und damit eine nachhaltige Zusammenarbeit vertiefen.

Neben einer Versenkung in den letzten Kriegstagen hat das Schiff viel Historisches erlebt. Am 17. Juni 1901 lief es zur legendären Kaiserfahrt mit dem österreichischen Kaiser Franz Josef aus. Zu diesem Zweck wurde das Schiff reich geschmückt.