Lena Urnau - unsere FSJ-lerin Kultur aus dem Saarland

Oderberg, den 10.10.13

 

Erst mal Hallo!

Wie einige von Euch sicherlich mitbekommen haben, ob durch Zeitung oder Radio, arbeitet seit dem 1.09.2013 eine westdeutsche FSJ-lerin im Museum.  Tja, das bin ich.

Ich heiße Lena Urnau, bin 20 Jahre alt und komme aus einem jener Flecken von Deutschland, den jeder mal besucht haben sollte; dem wunderbaren Saarland.

Sicherlich fragen sich viele von Euch, warum ich ausgerechnet hier, nach Oderberg gekommen bin, um mein FSJ (Freiwilliges Soziales Jahr) Kultur zu machen. Schließlich gibt es überall FSJ-Plätze und ich hätte ja auch im Saarland was finden können.

Um das zu verstehen müsst Ihr erst mal wissen, dass meine Berufsplanung mich auf hohe See führt. Nach diesem Jahr will ich eine Ausbildung auf einem großen Seeschiff machen, dann Nautik studieren und die Offizierslaufbahn bis hin zum Kapitän zur See durchlaufen.

Zudem wollte ich von zuhause weg, mal auf eigenen Beinen stehen und da meine Pläne mich sowieso in den Norden führen, habe ich mich gleich über ein Internetportal in mehreren Bundesländern beworben, die alle im Nord-Osten liegen. Und dann bin ich hier, im Binnenschifffahrtsmuseum in Oderberg fündig geworden.

Die Umgebung ist schön, die Einsatzstelle bietet sehr viel Interessantes und beim Vorstellungsgespräch hatte ich sofort das Gefühl: Dóó kannstes en Jahr aushallen.

 

Und meine Vermutung hat mich nicht getäuscht. Ich bin jetzt seit fast 6 Wochen hier und fühle mich echt wohl. „Was macht sie in einem Binnenschifffahrtsmuseum, wenn sie doch zur See will??“ fragen sich jetzt sicher einige. Tja, zwar gibt es zwischen Binnen- und Seeschifffahrt einige (teils auch riesige) Unterschiede, aber im Grunde ist doch jeder Kahn gleich, hat Bug und Heck, Backbord und Steuerbord, eine Maschine die ihn antreibt und eine Mannschaft, ohne die sich nichts bewegen würde. Nur die Routen sind andere und der Abstand zum Ufer variiert… teils stark.

 

Natürlich hat sich einiges geändert. Ich kann jetzt nicht mehr mal eben mit meinen Freunden losziehen und diese Zeit vermisse ich auch! Meine Familie ist jetzt auch nur noch über Mail, Briefe oder Handy greifbar, schließlich trennen uns jetzt 850km! Zwar schreiben wir jeden Tag miteinander und telefonieren oft, aber das ist schon was anderes als vorher.

Aber ich bin nicht allein. Die Oderberger haben mich sehr nett aufgenommen und 2-3 Freunde, die vorher sehr weit weg waren, sind jetzt in greifbarer Nähe. Und  am wichtigsten ist jene Person zu nennen, die mich immer unterstützt, mir Kraft gibt und immer für mich da ist.

Was soll da noch schief gehen?

 

Aber alles der Reihe nach. Jetzt bin ich erst mal hier, in diesem schnuckeligen Städtchen, das so ganz anders ist als das Kaff dahemm und mit Menschen, die zwar weder die drei Bedeutungen von Schwenker, noch den Wert von Maggi om Mettworscht Weckschi (Mettwurstbrötchen) kennen, mit denen man aber trotzdem wunderbar auskommen und arbeiten kann.

„Kann das denn funktionieren?“ Ei klar, warum auch nicht?

Kommt doch her und seht selbst! ;)

 

 

 

Liebe Grüße,

 

Lena U.

 

 

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