Drei Riesaer auf der „Riesa“ 60 Jahre Binnenschifffahrtsmuseum Oderberg
Drei Riesaer auf der „Riesa“
60 Jahre Binnenschifffahrtsmuseum Oderberg
Peter Noack
noackDV
Filmproduktion & freier Journalist
Peter Noack
Dr.-Külz-Straße 22
D-01589 Riesa
300 Kilometer von Riesa entfernt, haben Riesaer noch eine kleine Heimat: Den Personendampfer „Riesa“. Das Schiff, das bis 1976 die Elbe zwischen Schmilka und Riesa befuhr, ist seit 1978 das größte Ausstellungsstück des Oderberger Binnenschifffahrtsmuseums. Zum 60jährigen Jubiläum der umfangreichsten Sammlung ihrer Art im Osten Deutschlands, hatten die Mitarbeiter zu einem Museumsfest eingeladen. Eine kleine Abordnung aus der Elbestadt nahm die Einladung an und reiste an die Alte Oder nach Brandenburg. Hobbyhistoriker Gunter Spies hatte die Reise organisiert und einen original Postbeutel als Gastgeschenk mitgebracht. Dieses Stück war bei Schiffsbegegnungen im Einsatz, um Nachrichten, oft in Form von Schnaps, auszutauschen. „Wir sind neidisch, dass wir das Schiff nicht haben, freuen uns aber, dass die Oderberger sich so rührend um die „Riesa“ kümmern“, meinte Gunter Spies in seiner Festrede. Begleitet wurde der offizielle Vertreter der Stadt durch Leutnant Patrick George von der Reservistenarbeitsgemeinschaft Marine Riesa und Traudel Pfeffer, die früher oft als Passagier mit der „Riesa“ reiste. Nicht schlecht staunten die Elbestädter als der Vorstandsvorsitzende der Sparkasse Barnim, mit Sitz in Eberswalde, als Sponsorvertreter persönliche Erlebnisse auf der „Riesa“ vortrug. Die Antwort gab der Redner Uwe Riediger selbst: „Ich bin in Riesa aufgewachsen und oft mit dem Dampfer gefahren. Zum Beispiel nach Meißen oder in die Sächsische Schweiz. Das war immer ein Erlebnis. Hier in Oderberg hab ich damit ein kleines Stück Heimat.“ Die Überraschungen fanden kein Ende: Günter Leinweber wuchs quasi an Bord der „Riesa“ auf. „Mein Vater war nach dem Krieg der erste Kapitän auf dem Dampfer und ich bin sooft es ging mitgefahren. Damals war die Flussschifffahrt noch viel mit körperlicher Anstrengung verbunden. Die Schiffe waren auch noch sehr einfach ausgestattet“, erzählt der ehemalige Dresdner, der viele private Fotos im Salon des Schiffes ausbreitet. Gunter Spies entdeckt dabei viele seltene Ansichten vom früheren Aussehen des Dampfers. Traudel Pfeffer, die Dritte im Bunde der Riesaer Abordnung, meint: „Damals konnte man noch für 2,20 Mark von Riesa nach Dresden fahren. Die über sechs Stunden dauernde Fahrt war als Kind für mich eher langweilig als interessant. Aber dafür gab’s immer eine leckere Eierflockensuppe an Bord. Die hat entschädigt. Heute wieder auf der „Riesa“ zu stehen, ist plötzlich ein unbeschreibliches Gefühl. Da kommt die Kindheit zurück.“ Bei der Führung durch das Schiff mit Hartmut Ivers vom Förderverein Binnenschifffahrts – Museum Oderberg e.V. wird viel aus Erinnerungen geplaudert. Leuchtende Augen gibt’s als die Dampfmaschine in Betrieb gesetzt wird. Da der Dampfkessel nicht mehr betriebsfähig ist, ersetzt ein Elektromotor den Antrieb. „Im vergangenen Jahr haben die Marinereservisten aus Riesa neue Wappen für Das Schiff mitgebracht. Seit dem sieht die „Riesa“ noch viel schöner aus. Für uns ist das ein Zeichen hoher Wertschätzung unserer Arbeit, dass sich die Riesaer bei uns wohlfühlen“, schwärmt Hartmut Zepp, der Vorsitzende des Fördervereins, Binnenschifffahrts-Museum Oderberg e.V.. Das Museum lockt zu seinem Jubiläum mit einer Sonderausstellung. Besucher von der Elbe können dort in den Vitrinen und Dokumentationen interessante Dinge auch von der sächsischen Binnenschifffahrt entdecken.
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Erinnerungsfoto der Riesaer vor „ihrem“ Schiff: Traudel Pfeffer, Leutnant Patrick George und Gunter Spies (v. l.).
Fotos: Peter Noack

